Krankenkassen unterstützen die Adipositasbehandlung

Welche Adipositasbehandlung wird von der Krankenkasse unterstützt?

Adipositas ist für Betroffene oft ein großes Problem und eine starke Beeinträchtigung der Lebensqualität. Adipositas kommt aus dem Lateinischen und steht für starkes Übergewicht, oft Fettleibigkeit oder Fettsucht genannt. Die Weltgesundheitsorganisation WHO definiert, dass ab einem Bodymassindex (BMI)von über 30 Adipositas vorliegt. Demnach handelt es sich bei Adipositas um eine  Ernährungs-  und Fettstoffwechselkrankheit. Aufgrund der anhaltend positiven Energiebilanz kommt es zu stark erhöhtem Körpergewicht und massiver Vermehrung des Körperfetts. 

Es ist nachvollziehbar, dass Adipositas im Allgemeinen auch zu gesundheitlichen Beschwerden und Erkrankungen führt. Die Folgen einer langjährigen Adipositas sind schwerwiegend. Denn mit Adipositas gehen oft Krankheiten wie Diabetes, Bluthochdruck, etc. einher. Die Folgen sind erheblich. So sinkt  die Lebenserwartung im Durchschnitt um 6-7 Jahre! Menschen mit einem BMI von über 40 haben ein um 300% höheres frühzeitiges Todesfallrisiko! Es ist also kein Wunder, das viele fettleibige Menschen sich fragen:

Ist eine operative Adipositasbehandlung richtig für mich? 

Aufgrund der hohen Gesundheitsrisiken sollten sich Fettleibige unbedingt einer Adipositastherapie unterziehen. Es liegt in der Natur der Sache, dass es hier vor allem um ein langfristiges Abnehmen geht. Doch wie jeder weiss, der es schonmal versucht hat, ist das oft leichter gesagt als getan. Das gilt umso mehr in der zweiten Hälfte des Lebens, etwa ab dem 40. Lebensjahr. 

Viele Menschen mit starker Adipositas (BMI über 40) interessieren sich daher zuerst für eine invasive Adipositasbehandlung . Das sind Behandlungen, bei denen chirurgisch in den Körper eingegriffen wird. Stichworte sind Magenballons, Magenbypass, Schlauchmagen bzw. Magenverkleinerung. Bei den Magenballons wird ein Polster in den Magen eingebracht, sodass weniger Platz für Nahrungsmitel bleibt. Dadurch hat man schnell ein Sättigungsgefühl und isst weniger. Entsprechend kann man so gut abnehmen. Das Problem ist aber, dass nach spätestens 6 Monaten der Magenballon entfernt werden muss. Dann tritt sehr oft der gefürchtete Jojo-Effekt ein. 

Bei Magenbypass oder Schlauchmagen wird der Magen chirurgisch verkleinert. Dieser Eingriff kann nicht wieder zurückgenommen werden. Dadurch bleibt die Nährstoffaufnahme zwar langfristig reduziert. Es können aber nur sehr kleine Portionen und leichter verdauliche Lebensmittel gegessen werden. Daher muss der Patient Zeit seines Lebens täglich neben dem Essen auch Nahrungsergänzungsmittel zu sich nehmen. Das bedeutet eine starke Einschränkung der Lebensqualität, auch wenn man wieder schlank und gesund ist. Denn es ist einfach lästig, Tag für Tag verschiedene Pillen zu bestimmten Zeitpunkten einnehmen zu müssen, um Mangelerscheinungen auszuschließen. 

Gibt es auch nicht invasive Angebote für eine erfolgreiche Adipositasbehandlung?

Für Menschen, die aus den genannten Gründen keine invasive Adipositasbehandlung wünschen, gibt es aber auch nicht invasive Behandlungsmöglichkeiten. Medizinisch begleitete Abnehmprogramme, wie z.B. das endlichvital Adipositasprogramm des SI-Ernährungsinstituts sind so erfolgreich, dass sie vom Krankenkassenverband zertifiziert sind. Daher werden sie von den meisten Krankenkassen auch finanziell unterstützt. Solche Programme beruhen auf drei Säulen und Handlungsebenen. Zum Basisprogramm einer jeden Adipositasbehandlung gehören:

  • Ernährungstherapie zur Ernährungsumstellung zur langfristigen Kalorienreduktion bei gleichzeitiger Stoffwechselaktivierung
  • Bewegungstherapie gegen Bewegungsmangel durch Steigerung der körperlichen Aktivitäten. Es muss nicht immer Sport sein, aber ganz ohne Bewegung geht es nicht!
  • Verhaltenstherapie zur Änderung des Verhaltens. Nur wer die gesunde Ernährung nicht als Diät betrachtet, sondern zum persönlichen Lifestyle macht, kann dauerhaft schlank bleiben.

Diese Adipositastherapie ist langfristig angelegt. Bei der Behandlung von Adipositas bringt es nicht viel, in drei Monaten 30 Kilo runterzufasten. Denn dann setzt anschließend der Jojo-Effekt ein und man hat das Übergewicht ganz schnell wieder drauf. Es geht darum, systematisch, verträglich abzunehmen und das Normalgewicht anschließend zu halten. Daher ist auch persönliche Betreuung ganz wichtig für den Erfolg solcher Programme. In Krisenmomenten und bei Frustration kann ein erfahrerner Ernährungstherapeut ein große Hilfe bedeuten. Er unterstützt Sie dabei, die Adipositastherapie nicht vorzeitig abzubrechen und in alte Gewohnheiten zurückzufallen. 

Wie hoch ist die Krankenkassenunterstützung für eine Adipositasbehandlung?

Die Höhe der Unterstützung hängt davon ab, wie stark Ihre Adipositas ist. Die meisten Krankenkassen helfen bereits ab einem BMI von 30 und einer Begleiterkrankung wie Diabetes mit bis zu 85 % Zuzahlung. Ab einem BMI von 35 unterstützen die meisten Krankenkassen direkt, ohne dass ein Nachweis über eine Begleiterkrankung notwendig ist. Bestimmte Privat-und Betriebskrankenkassen übernehmen unter bestimmten Bedingungen sogar bis zu 100% der Therapiekosten. 

rellify | 22/12/2021